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Jubiläum 25 Jahre Partnerschaft (06.06.2015)

2015-06-10

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Martin Schäfer!
Sehr geehrter Herr Altbürgermeister Dr. Bernd Rieder!
Sehr geehrter Herr erster Vorsitzender Ludwig Nádasi!
Sehr geehrte Bürger in Gröbenzell!
Meine Damen und Herren!

Ich begrüße Sie ganz herzlich auch im Namen der „Werischwarer Bürger" und unserer Delegation. An diesem schönen Abend feiern wir das 25-ste Jubiläum der Gründung der Partnerschaft zwischen Gröbenzell und Werischwar.

Wir sind mit großer Freude gekommen, um der Ereignisse vor 25 Jahren gemeinsam zu gedenken und die historischen Momente uns ins Gedächtnis zu rufen, die nicht nur für unsere Gemeinden und Länder sondern auch für ganz Europa sehr bedeutend waren.

Unsere Partnerschaft wurde in den historischen Tagen des Zusammenbruchs der 40 jährigen kommunistischen Diktaturen in Ost-Europa gegründet. Als die Urkunden über die Aufnahme der Partnerschaftsbeziehungen zwischen Gröbenzell und Werischwar von Herrn Bürgermeistern Dr. Bernd Rieder und József Keszléri am 28-sten September in Gröbenzell und am 11-ten Oktober 1989 in Werischwar unterzeichnet wurden, verliefen in Ungarn und in Ost-Europa schon seit Jahren bedeutende Änderungen. Die nach dem zweiten Weltkrieg aufgebauten Diktaturen im Ostblock begannen sich nach 40 Jahren zu zersetzen.

Im Herbst 1987 wurden in Ungarn die ersten oppositionellen Organisationen und im nächsten Frühling die ersten oppositionellen Parteien gegründet. Zu dieser Zeit gab es eine große Demonstration gegen das Wasserkraftwerk Bős-Nagymaros. Durch diese Demonstration haben die Massen ausgesagt, dass sie eine politische Wende wollen. Am 1-ten Oktober wurde Mihail Gorbatschow zum Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion gewählt und damit begann eine Veränderung auch im Zentrum des Ostblocks.

Im Februar 1989 haben der ungarische Ministerpräsident Miklós Németh und der österreichische Bundeskanzler Franz Vranitzky vereinbart, den „Eisernen Vorhang" an der westlichen Grenze Ungarns abzubauen. Im April begann der teilweise Rückzug, der „vorübergehend" in Ungarn stationierenden sowjetischen Truppen aus dem Land. Im Mai wurde János Kádár, das Oberhaupt der kommunistischen Staatspartei seines Amtes enthoben. Am 19-ten August wurde der sogenannte Paneuropäische Picknick veranstaltet, wo mehrere Hunderte von ostdeutschen Bürgern durch die eröffnete ungarisch-österreichische Grenze nach Österreich geflohen sind. Am 10-ten September hat die ungarische Regierung angekündigt, dass die ostdeutschen Staatsangehörigen aus Ungarn frei in andere Länder reisen dürfen...

Unter diesen historischen Ereignissen wurden die Urkunden über die Aufnahme der Partnerschaftsbeziehungen zwischen Gröbenzell und Werischwar von Herrn Bürgermeister Dr. Bernd Rieder und Herrn Bürgermeister József Keszléri unterzeichnet. Das war die erste partnerschaftliche Vereinbarung in der Geschichte unserer Gemeinden.

Die Gründung der Partnerschaft mit einer Gemeinde eines west-europäischen demokratischen Staates war für uns Werischwarer Bürger ein außergewöhnlicher historischer Moment. Nicht nur wegen der Befreiung von der Diktatur und Eröffnung der Grenzen, sondern auch wegen unserer Vergangenheit. Obwohl Werischwar in Ungarn liegt, ist sie eine ungarndeutsche Siedlung, deren Gründer Ende des 17. Jh.-n und Anfang des 18. Jh.-n aus Deutschland (vor allem aus Bayern) auf diesem Gebiet angekommen sind. Die Ansiedler, unsere Ahnen haben ihre Sprache bewahrt, und diese Sprache lebt auch bis heute (leider immer weniger).

Aus diesen Gründen haben die Werischwarer Bürger, der Gemeinderat unserer Stadt, die Zivilvereine vor 25 Jahren begonnen, die partnerschaftlichen Kontakte sehr begeistert zu pflegen. Im Jahr 1990 fuhr eine Delegation von 150 Personen aus Werischwar nach Gröbenzell: Tanzgruppe, Blaskapelle, Mitglieder der Zivilvereine. Vom nächsten Jahr an begannen die gegenseitigen Besuche von Zivilvereinen (Tanzgruppen, Chöre, Fußballspieler, freiwillige Feuerwehr), und auch viele Lehrer, Kinderpädagogen und Schüler waren in den Delegationen.

In den letzten zweieinhalb Jahrzehnten gab es viele wichtige Treffen, unvergessliche Ereignisse: Einweihung des Heimatmuseums, Übergabe des Bildungszentrums (1993), erster Besuch der Werischwarer Volkstanzgruppe in Gröbenzell (1994), Teilnahme der Gröbenzeller Delegation an der Stadtweihe von Werischwar (1997), die Millennium-Radtour (2000), Festakt anlässlich der Renovierung von deutschen Soldatengrabmälern im Werischwarer Friedhof (2002), erster Floßziehwettbewerb (2007), die Radtour zum 20-sten Jubiläum (August 2010), Auftritt des Männerchors in Gröbenzell zum 60-sten Jubiläum der Gemeinde (April 2012), Auftritt des Trachtenvereins „Almfrieden" in den Werischwarer Tagen (2014).

Wer könnte ermessen, wie ärmer wir alle ohne diese Partnerschaften wären? Wer könnte die Zahl der Gröbenzeller und Werischwarer Bürger schätzen, die durch diese Partnerschaft lebenslange Freundschaften, unvergessliche Erlebnisse und viel-viel Freude bekommen haben?

Zum 25-sten Jubiläum möchte ich allen Menschen ein herzliches Dankeschön sagen, die diese Freundschaft gegründet, intensiv gepflegt, und damit unser Leben glücklicher und reicher gemacht haben. Mein herzlicher Dank gilt vor allem den Gründern der Partnerschaft: Herrn Georg Mittelmeier, Herrn Ferenc Wieszt, Herrn Altbürgermeistern Dr. Bernd Rieder und Herrn József Keszléri. Ich möchte mich auch bei den früheren Bürgermeistern bedanken: Herrn Dieter Rubenbauer, Herrn István Botzheim und Frau Erzsébet Grósz-Krupp, und bei dem zweiten Bürgermeister Herrn Walter Strauch, bei dem früheren Notar Herrn Rudi Ulrich, bei den Gemeinderatsmitgliedern Frau Brigitte Böttger, Herrn Siegfried Rahammer, Herrn Klaus Coy und Herrn Michael Leonbacher. Ein herzliches Dankeschön gilt dem früheren Nationalitätenreferenten Herrn János Sörös, dem Vorsitzenden der Nationalitätenselbsverwaltung Herrn László Sax, und unserer Notarin Frau dr. Zsuzsanna Krupp.

Unter den Zivilvereinen möchte ich mich vor allem bei dem Deutsch-Ungarischen Verein Gröbenzell bedanken: Herrn erstem Vorsitzenden Ludwig Nádasi, Herrn zweitem Vorsitzenden Reinhard Wetzel, Herrn Schriftführer und Pressereferenten Stephan Antal, und dem Ehepaar Möller. Frau Waltraude Schramm-Möller ist leider nicht mehr unter uns, wir behalten sie immer in liebevoller Erinnerung. Herr Partnerschaftsreferent Thomas Möller war in den letzten Jahren einer der begeisterten Organisatoren und Teilnehmer unserer Partnerschaft.

25 Jahre sind eine lange Zeit... Die Mehrheit der Gründer und die ersten Beteiligten sind heute schon Senioren, und einige leben leider nicht mehr. Die jenigen, die derzeit an den Programmen als Kinder oder Jugendliche beteiligt waren, sind heute schon Erwachsene und Eltern geworden. Unsere Partnerschaft hat aber viele junge Teilnehmer, auch in unserer Delegation, die nach der Gründung geboren sind. Für sie erscheint unsere Partnerschaft so, als wäre sie immer existiert. Ich hoffe fest darauf, dass sich unsere Freundschaft auch in den kommenden 25 Jahren weiter entwickelt. Außer den früher erwähnten Gründen ist dafür die begeisterte Einstellung von Herrn Bürgermeister Martin Schäfer und Herrn Partnerschaftsreferenten Michael Leonbacher eine Garantie. In den kommenden Jahren möchte ich – wie bisher – mit voller Kraft und Energie für die Entwicklung und Vertiefung unserer Kontakte arbeiten, zu unserer gegenseitigen Freude und Zufriedenheit.

Es lebe Gröbenzell, es lebe Pilisvörösvár!

István Gromon Bürgermeister